Laserpointer :-)

Endlich ist er da, mein lange erwarteter Spyder III von Wicked Lasers!
Ein “Laserpointer” (harmlos ausgedrückt) mit blauem Strahl und 1,25W Ausgangsleistung. Ja, ich habe mich nicht verschrieben – 1250mW.
Wer 5mW-Laser kennt, weiß daß die Dinger verdammt hell sind. Mein bisheriger Leistungskönig, ein roter  200mW Diodenlaser, bringt Luftballons noch aus 20m Entfernung innerhalb von Sekunden zum platzen. Der Spyder toppt jedoch alles. Blaues Licht wirkt bei gleicher Leistung weit weniger hell als grünes, die übertragene Energie ist jedoch die gleiche. Darum – Vorsicht, das Teil ist kein Spielzeug, sondern kann als Waffe eingesetzt werden.
Der eingebaute “Smart Switch” soll Missbrauch verhindern, um den Laser einzuschalten, sind mehrere Sicherungen zu deaktivieren. Zum einen gibt es einen Sicherungsstift, ohne diesen ist es generell nicht möglich, das Ding einzuschalten. Dann muß eine Art Hauptschalter am Ende betätigt werden, um überhaupt Strom auf die Steuerung zu geben. Danach eine Sequenz aus Tastendrücken, 3x kurz klicken, 2x lang – dann blinkt der Laser mit 10% der maximalen Leistung. Ein weiterer kurzer Klick schaltet auf Dauerlicht mit 10% Leistung, noch ein kurzer Klick wieder auf Blinklicht.
Ein langer ( <3 Sekunden ) Klick entfacht dann das Inferno: Volle Leistung, via Kurzklick umschaltbar als Dauerlicht oder Blinken.
Man sollte schon darauf Achten, wo man damit gerade hinzeigt. Selbstredend sollte niemand auch nur in der Nähe sein, die mitgelieferte Schutzbrille ist Pflicht! Reflektierende Flächen strahlen trotz Schutzbrille gleißend hell als großer Punkt, obwohl der eigentliche Strahl hauchdünn ist. Dunkle Flächen (brauner Karton, schwarzes Papier, Rückseite einer CD-Hülle) fangen SOFORT an zu qualmen, nach 2-3 Sekunden zu brennen (!). Innerhalb weniger als 5 Sekunden brennt sich der Strahl durch eine schwarze CD-Hülle oder das Gehäuse einer TV-Fernbedienung.
Was passiert, wenn diese Leistung auch nur für wenige Millisekunden auf ein Auge trifft, muß man wohl nicht näher erläutern. Für Laser gibt es eine Gefahreneinschätzung, die aussagt, ab welcher Entfernung ein Augentreffer von weniger als 0.25 Sekunden (Lidschlußreflex) keine bleibenden Schäden hervorruft. Dieser Wert liegt bei einem normalen Klasse I – Laserpointer bei 3-4 Metern. Beim Spyder III sind es 480 Meter – fast ein halber Kilometer.
Blaues Licht ist generell gefährlicher als rotes oder grünes, und kann – je nach Wellenlänge – mehrere Millimeter durch Haut dringen, und dort schwere Schäden bis hin zu Hautkrebs verursachen.
Was macht man nun mit so einem Teil? Im wahrsten Sinne des Wortes “brandgefährlich” sollte es unerreichbar für Kinder, Betrunkene oder technisch unversierte aufbewahrt werden, und zwar mit gezogenem Sicherheitsstift.
Ich werde die Tage mal ein paar Bilder bei Nacht machen, selbstverständlich nur horizontal. Was passiert, wenn man damit einen Piloten im Landeanflug trifft, daran mag ich nicht mal denken.
Hersteller: Wicked Lasers
Modell: Arctic Spyder III
Ausgangsleistung: 1250mW (Class 4)
Wellenlänge: 445nm CW (Blau)

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